Huteeiche in mittelalterlicher Weidelandschaft

Huteeiche in mittelalterlicher Weidelandschaft

Blick zum Starnberger See

Am Hofgut bei Bernried, auf einer Anhöhe mit direkten Blick auf den Starnberger See, befindet sich eine sehr schöne alte Huteeiche. Die Stieleiche (Quercus robur) hat einen Brusthöhendurchmesser von ~2,64 m bei einem Umfang von ~8,3 m und einer Höhe von 16 m. Zahlreich wird Sie als eine der tausendjährigen Eichen bezeichnet, allerdings ist selten ein Alter über 600 Jahre anzunehmen. Das Alter dieser Huteeiche wird von mehreren Experten auf 350-500 Jahren datiert. Der knorrige Stamm zeigt zahlreiche Wucherungen und über die Jahre scheint die Eiche schon einiges mitgemacht zu haben. So befindet sich die Krone augenscheinlich in der Rückzugsphase und es sind nur noch wenige mächtige Äste und einiges Totholz verblieben. Umringt vom Starnberger See, dem schönen Hofgut und der frischen Hofwiese fügt sich die Eiche von allen Seiten herrlich ins Landschaftsbild ein. Der Baummethusalem wird wohl von der jüngeren Nachbareiche vor Blitzschlag geschützt. Die Eiche befindet sich auf einem ganz besonderen Flecken, umgeben von den Resten einer mittelalterlichen Weidelandschaft reich an alten Eichen und Buchen. So wurde die Fahrt durch diese wunderschön Landschaft zu einer ganz besonderen Freude.

Das BayernNetz Natur-Projekt „Bernrieder Vorsprung – Baumriesen, Naturerbe und Artenvielfalt“ hat den Stellenwert des kleinen Ökosystems, welches sich über die Jahrhunderte entwickelt hat, erkannt und setzt sich für den Schutz des Naturerbes ein. Beispielsweise findet man hier den Emirit (Osmoderma eremita), Schwaben auch bekannt unter dem Namen Juchtenkäfer. Dieser im Süden nur noch sehr selten anzutreffende Käfer hat hier einen Hotspot, lebt in Baumhöhlen und verlässt seinen Brutbaum nur sehr selten. Dort warten die männlichen Käfer auf Weibchen, die Sie mit Ihrem besonderen Duft (wohl nach Aprikose riechend) anlocken. Wie das Projekt am Beispiel Bernried aufgezeigt hat, lässt sich ein direkter Zusammenhang hinsichtlich der Artenvielfalt von Pflanzen, Pilzen und Tieren zwischen intensiv und extensiv bewirtschafteten Standorten finden. Der hohe Stickstoffgehalt durch Düngung sowie andere Faktoren wie die Bodenverdichtung durch intensive Bewirtschaftung reduziert die Artenvielfalt in hohem Maße.

 

 

Quellen:

https://www.bernrieder-vorsprung.de/

https://www.monumentale-eichen.de/bayern/bernried/

http://www.baumkunde.de/forum/viewtopic.php?p=103018

https://www.baumpflegeportal.de/sonstiges/methusalem-baume-bernrieder-vorsprung/

https://www.merkur.de/lokales/regionen/bernried-pflegt-seine-baeume-225764.html

One thought on “Huteeiche in mittelalterlicher Weidelandschaft

  1. Hallo Andreas ich erinnere mich gut an dieses schöne Erdenfleckchen. Zu Beginn des Artikels verwirrte mich: Sind stiel- und Huteeiche Synonyme? Du benutzt sie abwechselnd. Gruß Waltraud

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